Ensoph - Rex Mundi X Ile
Ensoph aus dem schönen Venedig beackern den Underground schon seit 1997. Hauptsächlich in Italien. Spontan erinnert mich ihr neues Album an das zweite Album der schwedischen Elektro-Black Metaller The Kovenant "Animatronic" von 1999. Hier wird auf ähnliche Weise Industrial mit extremem Metal gemischt. Lediglich klingen Ensoph noch elektronischer und vor allem pompöser. Man stelle sich eine Mischung aus Die Krupps, Das Ich in ihren härteren Momenten, Dimmu Borgir gewürzt mit reichlich Gothic und etwas Nu-Metal vor. Der Sound ist ziemlich voll gepackt mit orchestralen Keyboards, elektronischen Beats und Samples, wuchtigen Gitarren und sterilen Drums. Dazu gibt es Gesang in jeder denkbaren Ausprägung. Fieses Black Metal Kreischen, düstere Gothic Vocals, melodischer Gesang und natürlich auch weiblicher Gesang. Es passiert wirklich sehr viel. Genau da liegt meiner Meinung nach auch das Problem der Band. Es fehlt der rote Faden. Die Songs klingen oft mehr wie eine Aneinanderreihung von Effekten als echte Songs. Einige interessante Ideen hat die Band aber durchaus. Der eine oder andere Refrain hätte das Potential im Ohr hängen bleiben zu können. Wenn er denn wiederholt werden würde. Manchmal ist weniger einfach mehr. Das scheint zu Ensoph noch nicht durchgedrungen zu sein. Hinzu kommt, dass mich persönlich der Sound schon nach der Hälfte der Platte unglaublich nervt. Aber das liegt wohl eher an mir. Erwähnenswert ist das unerwartete Cover von Alice in Chains "Would", welches kaum wiederzuerkennen und auch objektiv betrachtet ziemlich in die Hose gegangen ist. Trotzdem mutig. Optisch kommt die Truppe wie eine Mischung aus Marilyn Manson und 90er Techno Jüngern daher. Wer ebenfalls mit dem Gedanken spielt sich so zu kleiden, könnte an der Band Gefallen finden. (rg)




