Benea Reach - Alleviat
Metalcore abseits der ausgetretenen Pfade, abseits jeglicher XY-Rezepte (man nehme einen Haufen Moshparts, Breakdowns und cleaner Refrains und jage alles durch den Fleischwolf) und mit dem Herkunftsland Norwegen auch geografisch irgendwie abseits. Nach dem ebenfalls herausragenden Debut "Monumentum Bineothan" legt das nordische Sixpack überzeugend nach. Wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob da nun sechs oder sieben Leute zur Band gehören; auf dem Promofoto sind sechs Personen abgebildet, Wikipedia listet einen siebten Mann, Basser Miakel Wildén. Die 50 Minuten "Alleviat" sind heftig ohne tumb zu sein, abwechslungsreich, interessant und anspruchsvoll, ohne sich je zu verfrickeln. Den elf von Tue Madsen produzierten Songs wohnt eine herrlich düstere, bedrückende Atmosphäre inne und die Band schafft es auch hervorragend Emotionen zu transportieren, ohne wie viele Genrekollegen monothematisch auf Wut und Aggression herumzureiten. "Lionize" ist mit über sechs Minuten schon fast episch geraten und "Zenith" stakt schon fast durch doomige Gewässer. Und als Krönung ein Artwork, das in seiner schlichten Genialität ein absoluter Hingucker ist, man meint im roten Tuch eine Person auszumachen, die sich mit offenen Armen in einen Abgrund stürzt... großes Kino! (tj)




