Jay Reatard - Matador Singles ´08
Laut dem englischen NME zählt Jay Reatardm bzw. Jay Lindsay wie er mit bürgerlichem Namen heißt, zu den 15 wichtigsten amerikanischen Musikern dieser Tage. Ich gestehe freimütig seinen Namen noch nie gehört zu haben, bin aber gleichzeitig durchaus froh, dass mir sein neues Album in die Hände gefallen ist. Gleich der Opener "See/Saw" erinnert an selige Dinosaur Jr.- bzw. frühe Placebo-Zeiten und der Albumtitel a la Singlecollection ist nicht mal gelogen. Matador hat in den USA letztes Jahr monatlich eine limitierte 7" von ihm veröffentlicht und der Ansturm war derart groß, dass der Server gleich zweimal wegen über 10.000 gleichzeitigen Zugriffen auf die Bestellpage in die Knie ging! Die Glücklichen die ein paar oder gar alle dieser Singles erstanden haben, werden sich jetzt vielleicht ärgern, denn das vorliegende Album versammelt tatsächlich (bis auf einen) alle Tracks dieser Singles. Damit kommt der Longplayer zwar nur auf knappe 35 Minuten Spielzeit, aber darauf kommts ja auch gar nicht an, was zählt sind die Songs. Und für die hat der Jüngling - Jay ist gerade mal Mitte 20 - schon ein beachtliches Händchen. Vom Label fast schon verniedlichend als Punk Pop bezeichnet, merkt man den Songs doch ein deutliches Mehr als die gern karikierten drei Akkorde an. Ob ich den Mann deswegen zu den Top15 der amerikanischen Musiker zählen würde sei mal dahingestellt, aber ich schreib ja auch nicht für den NME! (tj)




