Fucked Up - The Chemistry Of Common Life
Wie man mit gezielter (Des-)Information Aufmerksamkeit erregen kann, weiß man ja nicht erst seit gestern. Um Fucked Up ranken sich jedenfalls diverse Gerüchte, die ihnen seit ihrem Bestehen sicherlich nicht geschadet haben - ob nun von Marketingstrategen hinter der Band, zerstörten MTV-Studios, zeigefreudigen Frontmännern oder Konzerten, die in Randale ausarten berichtet bzw. gemunkelt wird, klingt alles nach launigem Sein, und das lässt sich durchaus auch über die elf Songs auf "The Chemistry Of Common Life" sagen. Die upgefuckten Kanadier legen mit ihrem zweiten Album gleichzeitig ihr Debut beim renommierten Matador-Label vor und erfreuen das geneigte Ohr mit einer sehr eigenen Mischung, die sich auch in der eher schwammigen Kategorisierung in der Genre-Sektion niederschlägt. Frontmann Pink Eyes (sic!) klingt nach klassischer Rampensau, also nach bellendem Reibeisen mit Power und Schweiß obenauf. Die Musik pendelt zwischen Hardcore, Punk, Rock und ab und an auch poppigen Strukturen/Harmonien, wie man sie sonst vielleicht am ehesten im Britpop gewohnt ist - der abschließende Singsang bei "Black Albino Bones" beispielsweise geht schon fast als sonnig durch. Und der pathetische Frauengesang beim folgenden "Royal Swan" sorgt im Kontrast zum kehligen Pink Eyes-Auswurf für eine ganz eigene Note. Das alles wird im angenehm wummrig-warmen, analogen (?) Sound präsentiert, geht oft ohne Zwischenstopp direkt in die Beine und würde auch ohne die Mythen um die Band schon völlig nach amtlicher Vollbedienung auf der Bühne klingen. Jetzt bin ich neugierig! (tj)




