The New Story - Different Ways
Beim ersten Hören von The New Story war ich mir gar nicht so sicher, ob ich das jetzt schick oder schäbig finden sollte, was die Italiener hier in knapp 40 Minuten servieren. Wenn Songs direkt beim ersten Durchlauf ins Ohr gehen und super eingängig sind, ist das ja meist eher triviales Zeug, das einen schnell langweilt. Zudem klingt die Band manchmal wie ´ne arg gebügelte und verwässerte Version von My Chemical Romance. Darauf lässt sich die Formation aber wirklich nicht reduzieren, da steckt schon mehr dahinter. Mit ihrem Debut hat die Band in Italien total abgeräumt und sah sich nun vor dem zweiten Album vor der Frage, wohin ihr Weg sie denn nun führen sollte. Man entschied sich bescheiden für die "Weltherrschaft", warf also die italienischen Texte über Bord, mistete mal ordentlich durch und engagierte einen wirklich großen Regisseur für "Different Ways". Und, nomen est omen, diese neuen Wege schlugen sie dann auch ein. Der erwähnte Regisseur ist kein geringerer als Steve Lyon, der ja u.a. auch schon für Depeche Mode, The Cure oder Paradise Lost gearbeitet hat. Die Mailänder waren wohl offen für vieles, denn das Album zeigt sich trotz einer durchgängigen Eingängigkeit bemüht abwechslungsreich. Gleich der Opener "Don´t Mind" kann einiges und setzt sich dank Metal-Riff in Verbindung mit poppigem Pop direkt im Ohr fest. Bei "It´s Over And Over" kommt dann sogar etwas Funk und vor allem Elektro-Input ins Spiel. "Comfort" startet dann recht langsam und spartanisch, nimmt dann Fahrt auf und schmuggelt einem dann wieder Kaugummipop ins Ohr, bevor man wieder etwas zurückrudert, die Bremse reinhaut und so für Dynamik sorgt. So richtig sicher bin ich mir selbst nach mehrmaligem Konsum immer noch nicht, ob das nicht vielleicht doch schäbig ist... es ist auf jeden Fall sehr zuckrig und ohne jegliche Ecken und Kanten. Die Songs pendeln alle so um die drei Minutenmarke und NATÜRLICH sehen die Italiener auch alle prima aus! (tj)




