My Own Private Alaska - My Own Private Alaska
Dass man es hier mit etwas besonderem zu tun hat, wird schon bei der Verpackung deutlich. Die Band ist zwar nicht die erste, die für einen Tonträger eine DVD-Verpackung wählt, aber der Effekt sorgt immer noch für ein gewisses Aufmerken. Und bei der Verpackung hört das Aufmerken hier keinesfalls auf, denn die Band ist gleich mehrfach ungewöhnlich - und da ist die französische Herkunft noch gar nicht gemeint! Los geht´s bei der Instrumentierung, nix Gitarre und Bass, nein, das Trio setzt stattdessen auf Klavier, Schlagzeug und Gesang. Bei Liveshows sitzen sie wohl auch alle - was bei zwei der drei nicht wirklich wundert und kürzlich auch bei uns im Vorprogramm der Will Haven-Tour zu erleben war. Beim Starten des Albums denkt man dann erst mal an leicht verdauliche Klassik-Klavierkost, Chopin lässt grüßen. Aber wenn dann nach ca. 90 Sekunden der Gesang einsetzt ist Schluss mit leicht verdaulich, denn da setzt M. (alle Bandmitglieder werden nur mit einem Initial angeführt) ein. Ab diesem Moment wird das Album (zwar nur sechs Songs, aber mit ca. 40 Minuten Spielzeit durchaus Albumlänge) zum Fall für Geschreiconaisseure abseits gewohnter Hörkost. Denn der Mann würde sich hervorragend in ´ner Screamoband machen, er schreit sich die Seele aus dem Leib, lebt Emotionen extrem aus und gibt im besten Sinne alles. Und das alles in Verbindung mit dem gefühlvollen Klavierspiel und dem akzentuiert-kraftvollen Schlagzeug, Wahnsinn. Der Bandname passt perfekt zu diesem Sound, Alaska assoziiert man mit schneebedeckten Weiten, aber auch mit harten Lebensbedingungen - und das Artwork macht das auch prima sichtbar. Einziger Kritikpunkt ist der Sound, der die Elemente Musik und Gesang nicht so vereint, wie man sich das wünschen würde. Mit ihrer Einzigartigkeit ist die Band aber Produzentenlegende Ross Robinson (Korn, At The Drive-In, The Cure) aufgefallen, der sich des nächsten Albums der Band annehmen und dieses Manko beheben wird; ich freu mich jedenfalls jetzt schon drauf! (tj)




