Mindead - Abandon All Hope
Als sich die Stuttgarter Combo im Jahr 2001 zusammentat, war das Genre, dem sie sich größtenteils verschrieben haben noch nicht ganz so tot, wie es das heute ist. Wie bei jeder Welle, bleiben im Nachhinein meist nur ein paar stilprägende (internationale) Bands im Ring, da sind heute also gerade noch arg gefledderte Korn und die Deftones im Ring. Nach einigen Verpuppungen in Sachen Besetzung erspielen sich Mindead über die Jahre im Großraum Stuttgart einen prima Ruf in Sachen energiegeladener Liveshows, was sie u.a. im Vorprogramm von den Emil Bulls und Mnemic unter Beweis stellten. Und nachdem bereits im Juli 2005 die ersten Grundsteine zu dem gelegt werden, was dieser Tage nun als "Abandon All Hope" erscheint, haben sie ganze drei Jahre darauf verwendet dieses Album zusammenzubasteln. Wo es vielen anderen Acts eher schadet, wenn sie zu lange am Material werkeln, war das in diesem Fall kein Fehler. Neben bekannten Standards in Sachen New Metal schielen die Mannen auch mal hier und da in Richtung Machine Head und werden besonders dann richtig interessant, wenn sie es mal etwas anders angehen. "Dark Places" ist da ein sehr gutes Beispiel, viel Atmosphäre, prima Melodien und das größtenteils ohne genretypisches siebenseitiges Breitwand-Rythmusgeriffe - geht doch! Andere Tracks wie beispielsweise "Feed My Hate" oder "Wastegate" wären allerdings auch schon Anfang des Jahrtausends schnell als Meterware entlarvt worden. Herausragend aber auf jeden Fall die fette Produktion von Ben Reule, der in der Vergangenheit ja auch schon bei den Farmer Boys an den Reglern saß. Das Mastering kommt zudem aus dem Hause Stage One Studios in Person des versierten Andy Classen. (tj)




