Godsplague - H8
Die Finnen sind wohl eins der bestgehütetsten Geheimnisse der Suomis, ob sich das mit "H8" ändern wird, sei mal dahingestellt. Gitarrist Euge Valovirta ist jedenfalls kein unbeschriebenes Blatt in der Szene, denn er tat sich vorher auch schon mit Einsätzen für Waltari, Leningrad Cowboys, Lullacry und The Black League hervor und auch Drummer Atte Sarkima ist als Tourdrummer von Amorphis schon rumgekommen. Die elf Tracks auf "H8" können mich aber trotz mehreren Versuchen nicht recht begeistern. Es liegt nicht an den Muckern, die können alle was, es gibt auch eingängige Passagen und coole Riffs, aber der Gesamteindruck wirkt irgendwie unentschlossen, als wüsste die Band nicht so recht wohin. Mal rockig, mal mit viel Betonung auf den Riffs oder fast frickelig wie bei "Into Oblivion", dann wieder fast thrashig wie bei "I Will Break You" oder sehr ruhig wie bei "Hope". Auch gesanglich äußert sich diese Unentschlossenheit in einer gewissen Suche nach dem passenden Ausdruck, mal clean, mal etwas abgedreht und dann wieder fast knödlig röhrend. Schließlich ist auch der Sound suboptimal, zwar fett (das scheint ja dieser Tage das Hauptkriterium zu sein), aber eben oft viel zu gitarrendominiert und in Sachen Schlagzeug viel zu kalt und maschinell; den Bass muss man oft mit der Lupe suchen. Das Artwork wirkt auf mich auch eher mittelprächtig. An sich ok, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand völlig begeistert oder gar zum Fan werden lässt. (tj)




