Bleeding Through - Declaration
Mein Erstkontakt mit der Band war denkbar ungünstig. Sie spielten zusammen mit einer komplett andersgearteten Band in München, hatten einen miesen Sound (das Keyboard war viel zu dudelig im Vordergrund) und ihre Fans sahen größtenteils eher affig aus und waren fleißig am Windmühlen, Pizzabacken usw.. Unterm Strich komplett nervig und da half auch das wohlgeratene Äußere der Keyboarderin damals nix. Dementsprechend begeistert fiel dann mein Livebericht aus und ich verspürte auch nach dem Konzert sowas von keinen Drang mich mit der Musik der Band zu befassen - hätte ich vielleicht mal machen sollen. Ihr neues Album "Declaration" ist schon ihr fünftes und auf jeden Fall eine mächtige Abrissbirne, neben der in dem Genre dieses Jahr an anderen Veröffentlichungen wohl wenig bestehen wird. Wobei eine genaue Genrezuordnung schwer ist, manchmal ist das Death Metal, die Bombastansätze im Keyboard und der gelegentlich durchaus derbe Gesang (Clean Vocals sind die Ausnahme) weisen fast schon in Dimmu Borgir-artige Black Metal-Gefilde und die vielen Breakdowns dann eben in Metalcore-Richtung. Manche Tracks (z.B. "Germany") walzen ähnlich fies wie Slipknot in ihren starken Augenblicken alles nieder. Zwischendrin wird dank der vielseitigen Keyboards aber auch ordentlich Atmosphäre geschaffen, "There Was A Flood" z.B. ist 90 Sekunden fast besinnlich, bevor dann wieder die Axt ausgepackt und rasend geholzt wird, dann aber auch wohldosiert melodischer Gesang zum Einsatz kommt. Sehr starkes Album, Respekt! (tj)




