Stigma - New York Blood
Vinnie Stigma ist zweifellos eine Ikone des New Yorker Hardcore. Seit den frühen 80er prägte der den Sound vor allem in seiner Stammband Agnostic Front maßgeblich mit und auch als frühes Mitglied von Madball hinterließ er seine Spuren. Dabei war er sicherlich nie ein musikalisches oder gar intellektuelles Genie, er lebte jedoch den rauen New York Hardcore Lifestyle wie kaum ein anderer. Jetzt veröffentlicht der inzwischen in die Jahre gekommene Stigma, sein erstes Solo Album. Wer hier jetzt direkt kalten Kaffee erwartet, dürfte überrascht sein. Stigma präsentiert über die Jahre gereiften Hardcore Sound mit deutlichen Wurzeln im frühen Punk und Rock´n Roll. Dreckig, kantig aber überraschend abwechslungsreich. Hier und da fühlt man sich an Social Distortion erinnert, an anderen Stellen blitzt natürlich Agnostic Front durch. Die Geschwindigkeit ist meist eher gedrosselt und Melodien spielen eine recht große Rolle. Sogar Akustikgitarren sind zu hören. Stigma überrascht auch als Frontmann. Seine abgesoffene, gurgelnde Reibeisenstimme, trifft nicht immer den richtigen Ton, hat aber durchaus seinen Charme und passt zum Sound. Lyrisch reflektiert Stigma sein Leben, seine Heimat New York und auch die eine oder andere Schlägerei. "Still Crucified" ist eine Referenz an den von Agnostic Front immer noch gern live gespielten Klassiker "Crucified". Zwei der Songs wurden ursprünglich von Forced Reality geschrieben. Völlig unerwartet ist wohl die Coverversion von "Young Till I Die" von 7 Seconds. Natürlich hat Stigma nicht alle Instrumente selbst eingespielt. Ein Blick in die Credits enthüllt einige große Namen im Hardcore. Allen voran Jamie Jasta von Hatebreed der das Album produziert hat, aber auch Freddy Cricien (Madball), Frank Three Gun (Hatebreed) und Steve Gallo (Agnostic Front). Nüchtern betrachtet ist "New York Blood" sicherlich kein Meilenstein der Hardcore Geschichte, dennoch ein sympathisches Album. New York Hardcore Fans und Freunde Hardcore der authentischen alten Schule sollten ihren Spaß mit dem Album haben und können sicherlich auch die dümmlich, prollige zu Schau Stellung von Schusswaffen im Artwork verzeihen. (rg)




