Descending - Enter Annihilation
beschert uns hier das Erstlingswerk der griechischen Metal-Riege Descending. Die fünf hellenischen Headbanger hüllen sich - sowohl stilistisches als auch klangtechnisch - in ein modernes Gewand, welches sich perfekt in aktuelle ‚Metal-Strömungsverhältnisse´ eingliedert. Reichlich melodischer Death Metal vollzieht hier den Schulterschluss mit groovendem Trash Metal. Das Endergebnis ist gewollt "catchy" und beinahe eingängig, und dürfte für Freunde der modernen Gangart recht interessant sein; für alle Oldschooler dafür umso weniger. Das technische Niveau ist durchaus beeindruckend, wobei vor allem Schlagzeuger Antony zu glänzen weiß. Aber auch die Klampfenfraktion liefert einen mehr als ordentlichen Job ab. So weit so gut, wenn wir aber das Songwriting betrachten, spaltet sich die Platte in zwei Hälften. Stücke wie "Your Valentine", "The Trust" oder "Horror Show" sind richtig gut gelungen und entfalten einen Monster-Groove, der einen enormen Mitgehfaktor aufweist. Der absolute Übersong auf "Enter Annihilation" ist aber "Part of The Game", welcher bezeichnenderweise gewaltig aus der Reihe tanzt und sich nicht nur qualitativ weit vom Rest der Platte abhebt. Allerdings finden sich bedauerlicherweise auch echte Songgurken auf diesem Album. Um nur ein Beispiel zu nennen, ist gleich der Opener und Titelsong "Enter Annihilation" so stinklangweilig, dass man bereits nach drei Minuten geneigt ist, den Silberling zu verschrotten. Welches Marketingkonzept sich dahinter verbergen soll, erschließt sich mir in keinster Weise. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "Enter Annihilation" von den Ansätzen her eigentlich eine gute und abwechslungsreiche Visitenkarte für die zweifellos sehr talentierten Descending sein könnte, wenn die Jungs nicht so unentschlossen und ziellos rüberkommen würden. Meiner Ansicht nach, hätte man vorab eine Entscheidung über die stilistische Ausrichtung treffen müssen, denn um als wirklich innovative, genreübergreifende Band wahrgenommen zu werden, fehlt ihnen (noch) eine nicht zu kleine Prise Komponistengenius und Eigenständigkeit. (cj)




