Everlast - Love, War And The Ghost Of Whitey Ford
Vier Jahre sind seit dem letzten Everlast-Album ins Land gegangen und nicht wenige hatten die Hoffnung auf ein neues Album wohl schon aufgegeben. Aufgeben ist aber offensichtlich nicht so das Ding von Erik Schrody aka. Everlast. Als Rapper verkaufte er mit seiner Band House Of Pain Millionen Alben und auch als Everlast gings steil bergauf - selbst ein Herzklappenfehler, der vor zehn Jahren einen Schrittmacher nötig machte, hielt den Mann nicht auf! Und sein viertes Album, mit dem zwar unhandlichen, aber sehr treffenden Titel, ist erneut eine Ansammlung von zahllosen Hits. Und er ist keineswegs auf Nummer sicher gegangen, sowohl textlich als auch musikalisch gibts hier Überraschungen galore! Wie schon bei seinem ersten Hit "What It´s Like", den man im Radio oder Fernsehen nur selten ohne Auslasser/Piepser zu hören bekommt, nimmt Schrody erneut kein Blatt vor den Mund und legt den salzigen Finger in diverse Wunden seiner Seele und auch die seiner Nation - wie der Albumtitel es eben schon andeutet... Musikalisch ist das abwechslungsreicher als je zuvor ("Die In Yer Arms" klingt doch tatsächlich nach aktuellen Nine Inch Nails!), HipHop dringt natürlich immer wieder durch, Soul und Blues lassen sich aber ebenso wenig übersehen wie Alternative und Rock - und trotzdem passt hier einfach alles, selbst die immer wieder mal eingebauten Gospel-Mamas im Hintergrund. Ohne Schmonz und leere Posen berührt und rockt das Album wie noch kein anderes 2008 - "Anyone" ist schmerzlich, schwarz und unglaublich ergreifend, andere Tracks grooven wie Hölle, intensiv-eingängig und gelungen ist eh alles. Und auch wenn in der Summe vier Songs weniger nicht geschadet hätten - 16 sind dann doch etwas viel - an der Höchstnote führt hier kein Weg vorbei. Riesen Lob auch für die harmonische Verbindung all der verschiedenen (Vintage-)Sounds, gerade die E-Gitarre wird hier oft perfekt und ausdrucksstark eingesetzt ohne je dominant zu sein... Bitte nicht wieder vier Jahre verstreichen lassen Herr Schrody - es sei denn um auch in Deutschland ausführlich zu touren! (tj)




