Stakeout - Meet The Cut The
Stakeout kommen aus Berlin. Aus Berlin! Und, an welche andere Band denken wir bei diesem vehementen Ortsverweis? Eben, es gibt nur einen Gott, Bela, Farin, Rod oder so ähnlich... Und da das mit dem Gott im Genre eben schon geregelt ist, wird´s für Emporkömmlinge in dem Bereich echt schwer. Die vier Hauptstädter haben auf jeden Fall ein paar Sachen gut und richtig gemacht. Die erste Single "Heulesteffi", die auch gleichzeitig das Album eröffnet, ist schmissig, lädt zum Mitsingen ein und schlägt auch vom Text in eine amüsante Kerbe. Andy Möller, Guido Westerwelle, David Beckham, Xavier Naidoo... solche Leute kennt man bei uns unter dem Label "Heulsuse". Auch ein Titel wie "Mächtig angepisst sein ist schlecht für den Weltfrieden" zwingt schon fast zum Schmunzeln. Auch "Krieg ist nicht so schön" punktet mit zweistimmigem Gesang und smarter Message. Leider schwingt das Pendel auch ins andere Extrem, "Ponys für alle"(mit leichtem Ska/Reggae-Anstrich), "Rebellion ohne Rebellion" oder auch "Aufessen für Dich" überzeugen nicht, bzw. gehen eher nach hinten los. Spielerisch und gesanglich ist auch nicht alles roig, aber das mag auch Absicht und bewusstes Kokettieren sein. Man spielt sich jedenfalls seit Jahren den Hintern ab, Humor hat man auch ausreichend gebunkert und in Sachen Sound hat man gleich richtig fette Brötchen gebacken: Uwe Sabirowsky hat in Kölle erneut für ein mehr als amtliches Soundgewand gesorgt, hat ja auch bei den Beatsteaks, den Donots und Gods Of Blitz schon bestens gefuppt! Seit sechs Jahren ist der Vierer jetzt aktiv und "Meet The Cut The" ist der erste Longplayer, der auch bundesweit wahrgenommen werden soll - zuvor hatten sie schon eine EP und zwei Alben veröffentlicht, die aber eher im Underground wahrgenommen wurden. Fragt sich, ob in dem Business überhaupt noch eine Karriere möglich ist, oder man als junge Band hier neben Großclubs wie Die Ärzte und den Toten Hosen von vorneherein als bestenfalls zweitklassig startet. (tj)




