Sparkadia - Postcards
Anfang des Jahres haben sie in Europa schon im Vorprogramm von Jimmy Eat World gespielt und dabei sogar eine recht gute Figur gemacht - und dabei war ihr Album da noch lange nicht in den Läden. Da schlägt Postcards nämlich erst dieser Tage auf. Und auch wenn das Album in London von Ben Hilier (Blur, Depeche Mode u.a.) aufgenommen wurde und einen gewissen britischen Flair hat, so gibts eben doch den ein oder anderen Hinweis auf die australische Herkunft des Quartetts. Nicht gar so megacool und abgeklärt kommt das Dutzend Songs daher und auch der oft aufgesetzt wirkende Akzent fehlt dankenswerterweise. Bereits seit ihrer Kindheit sind Alex Burnett (Gesang, Gitarre) und Dave Hall (Schlagzeug) schon befreundet und als dann im Jahr 2004 Bassist Nick Rabone und Multiinstrumentalistin Tiffany Preece dazu stießen, war die Band in ihrer heutigen Form geboren. Die Musik klingt oft viel wehmütiger, als sich unsereiner Sydney so ausmalt, aber oft zählt da ja auch eher das Wetter innen drin, als das vor dem Fenster. Die zwölf Songs sind allesamt gefällig, zärtlich instrumentiert und so gut wie nie wütend. Interessant wird´s immer dann, wenn Frau Preece eins ihrer vielen Talente einbringt, einerseits natürlich in Form der zweiten Gitarre, aber andererseits eben auch und besonders in Sachen Gesang und hier und da auch am Keyboard. Oft passieren auch sehr interessante Sachen auf der Soundebene, bei "Help Yourself" passiert die zweite Gitarre im Hintergrund nur in Form eines gewissen Grundbrummens. Unterm Strich ist das alles wenig zwingend, wenig Songs berühren wirklich ("Animals" sticht als flotter Song heraus und wär der Singlekandidat für mich), aber das ist bei weitem auch nicht schlecht, aus denen könnte was werden - mal sehen, was in den nächsten Jahren passiert. (tj)




