KarmaDeva - Disgrace
"Disgrace" klingt oft so, als habe es gute zwanzig Jahre unbemerkt und vergessen in einem Schublädchen geschlummert. Der Sound erinnert einfach an Bands, die es heute längst nicht mehr gibt, oder die zumindest lange nichts Neues von sich haben hören lassen. Dank der ausdrucksstarken Stimme von Sängerin JJ Stanness sind das zunächst mal Frauengefrontete Acts wie Blondie und Patti Smith, der dominant-treibende Bass und die hallig-dünne Gitarre erinnern aber auch an die Sisters Of Mercy oder The Cure. Der britische Vierer legt mit diesem Album aber tatsächlich sein Debut vor, dass das etwas älter klingt, mag damit zu tun haben, dass die Sängerin seither mit ihrer Karriere als Schauspielerin und ausgezeichnete Drehbuchautorin beschäftigt war. So pendelt sie mit Gesang und Ausdruck zwischen poetischen und extrovertiert-sarkastischen Tönen, während die Musik oft einfach nur plätschert. Vor zwanzig oder mehr Jahren wäre das bestimmt aufsehenerregend und hitverdächtig gewesen, heute wirkt es irgendwie angestaubt und antiquiert. (tj)




