Loonatikk - What Now, What Next
Der Titel ist wohl programmatisch, wohin geht die Reise für die Süddeutschen von Loonatikk? Das Vorgängeralbum verwirrte nicht nur mich über weite Strecken und hatte sich für meinen Geschmack einfach zu weit von den geliebten Trademarks der früheren Veröffentlichungen entfernt. Oder vielleicht hatte es anstatt einem logischen Schritt einfach einen zu großen Satz gemacht, wie auch immer... Mit dieser EP steht die Combo in gewisser Weise wieder am Anfang, kein Label und auch sonst irgendwie zwischen den Stühlen; das letzte Album wurde von vielen (Metal-)Magazinen erst gar nicht besprochen. Wenn auch die in den Linernotes genannte Besetzung mittlerweile schon wieder etwas geschrumpft wurde (die Sängerin Maddalena Fanelli ist von Bord gegangen worden), bilden die Songs der EP den aktuellen Stand im Loonatikk-Lager perfekt ab. Das Allerwichtigste: sie haben ihr Mojo wiedergefunden! JEDER der fünf Tracks ist etwas Besonderes, geht ins Ohr und verdient die Höchstpunktzahl. Der Opener „Big Big Heart“ erinnert mich etwas an „Hit The Road Jack“ und featuret die Bläser sehr prominent. Sänger Frank Öhrlich dominiert die meisten Songs mit seinen charakteristisch-schmeichelnden Vocals und bei „Some The Cat Dragged In“ läuft er richtig zur Höchstform auf. An dritter Stelle dann mien absoluter Favorit „Let The Fun Begin“. Ganz im Gegensatz zum Fun im Titel ist das von der Atmosphäre her der schwärzeste Track. Drückende Schwüle wabert, die Bläser untermauern die Stimmung perfekt, ebenso wie das drohend-treibende Riff das Gitarrist Frank Öhrlich einbringt. Ein gewisser untergroßer ehemaliger Misfits-Sänger wäre froh, wenn er einen derartigen Knaller auf einer seiner letzten Platten hätte vorweisen können! Die folgenden Songs haben es trotz deutlicher Qualitäten schwer, die Intensität von „Let The Fun Begin“ zu entwickeln. Das versuchen sie auch erst gar nicht, sondern glänzen mit eigenen Qualitäten, „This Hunry Heart Of Mine“ ist ein beschwingter Track, der ebenso zum Fingerschnippen einlädt wie das abschließende, mit nicht einmal drei Minuten recht kurz geratene, „Postcard From The Moon“. Oben steht nur deswegen nicht die Höchstpunktzahl, weil ich das Gefühl habe, dass produktionstechnisch noch etwas mehr drin gewesen wäre, gerade die Bläser könnten streckenweise optimiert dargestellt werden. Und richtig schade finde ich, dass die tollen Songs eine so mittelprächtige Verpackung bekommen haben, das Cover schreckt eher ab, als dass es ein Hingucker wäre. (tj)




