Traktor - Sequence The Sequence
Ein klassischer Fall von falschem Bandnamen. Mit Traktor verbindet man zwar kräftige, aber doch eher ländlich-gemächliche Fahrzeuge. Dieser Traktor hier hätte eher ein Hybrid aus Dampfwalze und Achterbahn werden sollen. Der unter Genre gelistete Begriff Screamo ist da auch nur die halbe Wahrheit, da könnte genau so gut (Post-)Hardcore oder Noise stehen, gelogen wäre nix davon. Oft richtig eingängig, dabei doch stets experimentierfreudig und mit Mut zum disharmonischen Missklang, das fordert ordentlich, zerrt auch mal an den Nerven, serviert aber auch diverse Hits. "Random Close Ups" oder "Unknown Ceilings", das es auf über fünf Minuten bringt. Aber auch über extreme Kurzdistanzen können die Vier locker überzeugen, "Vultures" etwa schüttelt einen über etwas mehr als zwei Minuten so richtig wild durch und hinterlässt einen dann mit selig wissendem Grinsen. "Ouvertyr" lässt sich mit über sieben Minuten deutlich mehr Zeit, schleicht sich leise an, umgarnt den Hörer lange und ausgiebig instrumental und erinnert streckenweise sogar ein bisschen an Tool. All denen, die immer noch den jüngst unerwartet verblichenen Blood Brothers oder den schon gar lang verblichenen Refused nachtrauern, kann man getrost die schwedischen Traktoristen empfehlen. (tj)




