Fire In The Attic - Cum Grano Salis
Zunächst muss man den Jungs und ihrem Management/Label mal gratulieren. Da werden sich im Business manch andere in den Arsch beißen, dass sie nicht auf die Idee mit dem Beilegen der kompletten neuen CD in eine Musikzeitschrift gekommen sind. Bei jedem, der das jetzt in dieser Form noch mal macht, wird im Nebensatz immer auf FITA verwiesen werden. Das ein Teil der Szene sich die Mäuler zerreißen wird, von wegen Sellout und Visions geht ja gar nicht, kann der Band herzlich egal sein. Chance erkannt und genutzt. Und vielleicht ist das ja auch der Weg für und in die Zukunft, weg vom Verdienen am physischen Tonträger und das ganze eher als Investition in die Popularität und den Marktwert ansehen. Das Geld wird dieser Tage, auch und vor allem bei den großen Bands, vor allem bei Konzerten gemacht und unter dem Aspekt kann es jeder Band nur recht sein, wenn ihr Material kursiert. Und schwäbische Weisheiten wie "Was nichts kostet, ist nichts" braucht man erst gar nicht zücken, denn "Cum Grano Salis" kann was. Man orientiert sich deutlich an massentauglichen amerikanischen Emoacts wie meinetwegen Fall Out Boy, die Produktion ist superfett, tut allerdings auch niemand weh, Dreck sucht man hier vergeblich und Härte wird stets nur angedeutet oder kurz gestreift. Ein Track wie "Benchwarmer" zeigt, was die Band kann, perfekte durch die zwei Stimmen sehr interessante Strophe und nach knapp 45 Minuten packen sie dann schweres Geschütz in Form von einem superben Refrain aus, der einen lange verfolgt. Die meisten Songs pendeln um die drei Minuten-Marke, alles kompakt und in gut konsumierbaren Häppchen. Ich fand die Band und auch Oles Gesang auf dem Vorgänger noch einen Tick stärker, aber schlecht ist das beileibe nicht. Wer mehr als die Songs und einen Pappschuber haben will, bekommt in der Kaufversion noch eine Bonus-EP mit fünf Tracks und ein formidables Booklet von Zeichner Sascha Salz dazu. (tj)




