Repulsed - State Of Inner Truth
Repulsed sind das neue Signing auf dem Hamburger Label Tiefdruck. Stilistisch hätte ich so ein Album eher aus den USA erwartet statt aus dem Saarland. Moderner Rock mit Eiern aber auch reichlich Gefühl. Auf Anhieb erinnern die Jungs an Sevendust, was neben der prinzipiellen stilistischen Ausrichtung vor allem an Sänger Matthias Braun liegt. Dieser verfügt über ein charismatisches, einnehmendes Organ, das in den verschiedenen Lagen überzeugen kann. Die Songs der Band stützen sich schlauerweise auch auf ihn. Auch die Instrumentenfraktion beherrscht ihr Handwerk. Die Gitarren wurden schön tiefer gelegt und drücken amtlich und auch die Melodien können überzeugen. Man merkt aber dennoch, dass die Band noch am Anfang ihrer Laufbahn steht. Das Songwriting ist zwar durchaus solide, immer wieder schleichen sich jedoch Ungereimtheiten ein, die von einem mangelnden Feeling für das richtige Stilmittel zur richtigen Zeit zeugen. Da kommt es schonmal vor, dass ein Riff stark anfängt, aber nicht ganz bis zum Ende durchgezogen wird sondern recht unpassend unterbrochen wird. Oder eine schöne Gesangsmelodie plötzlich zugunsten von seltsamem Sprechgesang abgewürgt wird. Solche wenig Songdienliche Aussetzer schmerzen dann schon und sind unschöne Flecken im sonst durchaus positiven Bild. Auch könnte man sich an den über die, gesamte Spielzeit gesehene, immer wiederkehrenden Muster stören. Aber vielleicht bin ich auch kleinlich. Repulsed sind nämlich definitiv auf einem guten Weg und glänzen heute schon mit wesentlich cleveren Songs als viele andere Bands mit ihrem ersten Album. (rg)




