Cryptopsy - The Unspoken King
Satte drei Jahre mussten die Fans der Kanadier auf ein neues Album von Cryptopsy warten. Nachdem sich beim letzten Album "Once Was Not" das Gründungsmitglied Lord Worm wieder am Mikro betätigte, malträtiert nun mit Matt McGachy ein neuer Mann seine Stimmbänder für die Band. Der neue Wind ist der Band deutlich anzuhören. "The Unspoken King" ist das wohl abwechslungsreichste und ungewöhnlichste Album von Cryptopsy. War bisher die Maxime der Band Death-Metal mit einer Free Jazz artigen Herangehensweise zu spielen, klingt das neue Album deutlich strukturierter und aufgeräumter. Zwar regiert meist noch immer die Keule bei durchgedrücktem Gaspedal, immer wieder nimmt sich die Band jedoch zurück und streut coole Grooves ein. In "Bemoan the Martyr" gibt es sogar melodischen Gesang, ruhige Passagen und Keyboards zu hören. Gleichzeitig auch der stärkste Song der Platte. Aber auch sonst passiert sehr viel in den Songs, das Tempo wird quasi permanent variiert ebenso wie die Stimmungen. Alte Fans dürften aber nicht zu sehr vor den Kopf gestoßen werden, die melodischen Gesangspassagen finden recht selten statt und das Brutalitätsniveau liegt insgesamt sehr hoch. Dennoch sind es immer die langsameren Momente in denen die wahre Stärke der Kanadier liegt. Die Experimente stehen der Band sehr gut und machen "The Unspoken King" zu einem besonderen Album. Auch vom technischen Standpunkt betrachtet. Insgesamt fehlt es dem Album aber für meinen Geschmack an markanten Hooks und die Songs sind oft zu undurchsichtig. Die wirklichen Höhepunkte, die es sicherlich gibt, sind zu spärlich gesät. Zudem sind einige der extremen Parts recht stumpf ausgefallen. So ist das Album insgesamt dann doch nicht ganz der Killer geworden. Wer aber auf technischen Death-Metal steht und Experimenten nicht abgeneigt ist macht mit der Platte nichts falsch. (rg)




