324 - Rebelgrind
Vier Japaner zogen aus um die Vergangenheit wiederauferstehen zu lassen...doch dazu später mehr. 324 sind mittlerweile nicht nur in ihrer Heimatstadt Tokio eine feste Größe, wenn es um Grindcore geht. Nach zahlreichen Split-7-Inches, EPs und zwei Alben auf dem Underground Label HG Fact, das unter anderem auch die Heimat von Corrupted ist, geben die Extremmusiker nun mit "Rebelgrind" ihr Debüt auf Feto Records. Hier die Fakten: 14 Bolz-Granaten in 30 Minuten, Knüppel-Beats-Galore und eine Produktion, die eigentlich komplett für den Arsch ist. Außerdem scheint man im Hause 324 die Existenz von Musik, die nach 1990 geschrieben wurde komplett zu ignorieren. Viel mehr bedient man sich schamlos bei allem, was die Grind-/ Noise-/ Trashcore-Szene in den Achtzigern zu bieten hatte. Zusammen mit der extrem verzerrten und völlig scheppernden Aufnahme, ergibt sich das Bild eines Tonträgers, der gut und gerne 20 Jahre alt sein könnte. Innovation sieht anders aus. Das macht aber auch gar nichts, denn erstens will man das ja genau so und zweitens haben es die Jungs drauf. Auch wenn die Riffs allesamt bestens bekannt sind, und das Tempo hauptsächlich über 180 gehalten wird, entsteht über die gesamte Spielzeit keinerlei Eintönigkeit oder gar Langweile. Der Schlüssel hierzu liegt in cleveren Kompositionen und dem wahren Zelebrieren von superfetten Breaks. Dadurch gelingt es, Songs auf die Beine zu stellen, die schlicht und ergreifend rocken. Auf Dauer ist die erzwungen verkrachte Produktion allerdings echt anstrengend und geht mir persönlich ordentlich auf die Nerven. Der Krachfaktor mag zwar stilgerecht sein, macht auf Dauer aber keinen Spaß. Rein musikalisch gibt es an "Rebelgrind" aber nur wenig auszusetzen, und wer auf Oldschool Grindcore mit schlechtem Sound abfährt, findet hier sein Heil. (cj)




