John Doe - In My Own Cage
Zwiespältige Sache diese Veröffentlichung. Es gibt ein paar Sachen, die absolut als Pluspunkt zu nennen sind. Da wäre zum einen mal der direkte Sound ohne große moderne Glattbügelei, dann hätten wir die Verbundenheit zu zwei uneingeschränkt positiv belegten Bands, nämlich Helmet und Nirvana und zudem hört man ihnen ihre Herkunft (Österreich) zu keiner Zeit an. Auch sonst geben sie sich durchaus Mühe, laut/leies-Spielchen, Cello, Drumcomputer, Akustikgitarre usw., langweilig wird "In My Own Cage" nicht wirklich. Aber trotz der genannten Pluspunkte überzeugt das unterm Strich trotzdem nur bedingt, das liegt bestimmt nicht an der knappen Spielzeit von nicht mal einer halben Stunde bei elf Songs, aber diese Songs klicken nicht wirklich. Da sticht neben dem Cello-/Akustikgitarren-Song "Wasn´t Me (New Edition)" wenig heraus. Vielleicht liegts am Soundgewand (und das jetzt bitte nicht als Widerspruch zum eingangs erwähnten Pluspunkt verstehen), das klingt manchmal etwas nach Vorproduktion, da fehlt noch etwas Inspiration in der Arrangements. Und auch der Gesang von Christian Grössl wirkt irgendwie falsch ins Licht gerückt. Von der Substanz her hat der Mann einiges auf dem Kasten, prima melodischer Gesang und dazu noch richtig fies emotionales Gebrüll, besonders letzteres kommt aber meist eher anstrengend rüber. Ob es der Band bzw. der Verbreitung ihrer CD zuträglich ist, dass auf dem Cover ihr Bandname fehlt, sei mal dahingestellt... (tj)




