Cavalera Conspiracy - Infliked
Die Trennung von Max Cavalera von Sepultura war für Fans der Band damals ein echter Schicksalsschlag. Max gründete Soulfly, Sepultura machten ohne Max weiter. Beide Bands veröffentlichten zwar durchaus coole Alben, keiner gelang es jedoch wieder diese Magie zu entfesseln die Sepultura in der Originalbesetzung auszeichnete. 2006 warf auch Max Bruder Igor Cavalera das Handtuch bei Sepultura. Es war nur eine Frage der Zeit bis die beiden Brüder wieder zu sich finden würden. Schließlich herrschte zwischen den beiden seit dem Split 1996 Funkstille. Erst schwang der jüngere Bruder bei einer Soulfly Show bei zwei Songs die Stöcke hinter den Kesseln, schnell wurde dann bekannt, dass beide eine neue Band gründen wollen. Diese, treffenderweise Cavalera Conspiracy getauft, legt nun ihr erstes Album vor. Wer den Nachfolger zu Sepulturas "Roots" erwartet wird enttäuscht. Das Brüderpaar hat sich voll auf ihre Wurzeln konzentriert und ballert ein Thrash Metal Album der alten Schule raus. Das Gaspedal wird oft recht weit durchgedrückt und das Riffing ist tief im Punk und Hardcore verwurzelt. Die Songs sind recht simpel strukturiert und hauen meist voll auf die Zwölf. Die Riffs sind markant wie schon lange nichts mehr aus der Feder eines Cavalera und die Grooves lassen keine Matte ungemosht. Aus der eigenen Historie kann am ehesten "Chaos A.D." als Referenz heran gezogen werden. "Infliketed" geht jedoch noch etwas rauer und thrashiger zu Werke. Auch in den Vocals spiegelt sich dies wieder. Direkt, wütend und heftig. Trotz der direkten Ausrichtung bietet das Album reichlich Abwechslung, düstere Momente sind ebenso eingeflochten wie fast progressive Gitarrenarbeit. Das Drumming von Igor ist massiv wie eh und je und natürlich kommen auch seine flotten brasilianische Percussion Einlagen nicht zu kurz. Der eigentliche Charme der Platte kommt aber wohl durch die Spontanität der Songs zustande. Das Album wurde in nur zehn Tagen eingespielt und steckt voller first-takes. Das ist dem Album genauso anzuhören wie die Tatsache, dass die Musiker richtig Bock auf die Platte hatten. Die Spielfreude springt einem förmlich ins Gesicht. Tolles Album, das Sepultura Fans die weder mit Soulfly noch den Post-Max Sepultura richtig glücklich geworden sind wieder auf Kurs bringen sollte. (rg)




