Scorange - Shadows
Die Ludwigsburger sind schwer in einer einzige Kategorieschublade unterzubringen, in ihrem Info steht Heavy Rock, aber das passt meiner Meinung nach auch nicht, deswegen hier unter Genre auch mal kein weiterer Zusatz zum Metal. Prägnantes Dimebag-Riffing trifft auf orientalische Elemente und tatsächlich sogar Mandolinen. Die erklingen erstmals beim dritten Song "Vendetta" und da erinnern mich die Mandolinen doch sehr an "Boat On The River" von Styx, aber wie auch immer, sie stehen dem Song sehr gut zu Gesicht, auch wenn der Song die ersten zweieinhalb Minuten eher in Richtung Radiorock geht bevor dann die Gitarre losrifft und der Gesang vom klaren kurz ins Brüllen wechselt. Die folgende Hitnummer "No More Saviours" hat ihre Qualitäten u.a. schon durch Airplay bei Rockantenne unter Beweis gestellt. Überhaupt sind die ersten vier Songs richtig fett gelungen, abwechslungsreich und eingängig. Im weiteren Verlauf lassen Scorange dann etwas nach, aber zum Schluß ziehen sie dann nochmal deutlich an. Mit "Slave (The Beast Within)" und seinem genialen zweistimmigen Refrain streifen sie sogar etwas am Proggenre und erinnern dezent an die Überband Psychotic Waltz. Mehr dem Groove verpflichtet zeigt sich das folgende "Led By Your Demons", bei dem sogar das Gitarrensolo überzeugt. "History´s Calling" beendet ein überzeugendes Album und zwar sehr stimmig, nur mit Akustikgitarren und Streichern instrumentiert entwickelt es eine ganz eigene Atmosphäre. Das Album ist eine weitere, sehr überzeugende Arbeit von Vagelis Maranis, der mit seinem Backnanger Maranis Studio zu einer feinen Adresse für zeitgemäße, fette Produktionen geworden ist. (tj)




