Genghis Tron - Board Up The House
Bands, die den Einsatz von Drumcomputern verheimlichen, also so tun, als ob da ein menschlicher Drummer eingesetzt worden wäre, gehen gar nicht. Wenn man sich ein bisschen auskennt ist es erstaunlich wie viele Bands (auch im Metalbereich!) die Maschine statt dem Drummer einsetzen - meist hat das ganz einfach Kostengründe, denn Schlagzeugaufnahmen sind langwierig, somit teuer und je nach Können des Stickschwingers auch nervenaufreibend. Wie es dazu kam, dass sich Genghis Tron aus Philadelphia für die Maschine entschieden haben, kann ich nicht sagen, sie verheimlichen es aber zu keiner Sekunde. Und auch wenn man beim ersten Hörkontakt vielleicht erst mal irritiert zurückschrecken mag, "Board Up The House" ist ein interessantes Album. Streckenweise klingen die Songs wie alte Converge (auf den Produzenten kommen wir weiter unten zu sprechen) nur eben mit Drums und Bass aus der Konserve und - was die Faszination der Band ausmacht - immer wieder mit chilligen, sphärischen Ambienteinschüben. Auf die Essenz runterreduziert trifft hier wieder mal schwarz auf weiß, hässlich auf schön und heftig auf ruhig, durch den Kontrast zwischen den Elementen und den extremen Sound fasziniert das aber trotzdem. Das mag ein weiteres Mal auch am Produzenten liegen, Mr. "Ich schlafe eigentlich nie" Kurt Ballou. Ein Album, dass zunächst mal keinen Spaß macht, das man sich erarbeiten muss, dem aber ein eigene künstlerische Vision zu Grunde liegt und das mir somit 1000 mal lieber ist als die x-te Metalcorescheibe. Wäre live bestimmt auch sehr interessieren, also mal die Däumchen drücken, dass das Trio auch bei uns mal vorbeischaut nachdem sie die US-Tour mit Converge, Baroness, Coliseum und The Red Chord hinter sich gebracht haben! (tj)




