Chthonic - Pandemonium
Black Metal. Grimmige, oft böse Musik; meist aus Skandinavien oder England jedenfalls üblicherweise nicht aus Asien. Ausnahmen bestätigen aber bekanntlich die Regel und so begrüßen wir jetzt also quasi das Taiwanesische Bobteam bei den olympischen Winterspielen. Cool Runnings also mal wieder. Die TaiwanesInnen von Chthonic sind aber weit davon entfernt sich auf ihrem Exotenbonus auszuruhen, sie streben eher nach der Krone für die fleißigste Band 2007. Denn in diesem Jahr haben sie doch tatsächlich in den Staaten das Ozzfest, in Deutschland das Wacken und zudem noch diverse Touren mit Ensiferum, Marduk und 3 Inches Of Blood gespielt und zudem ein neues Album veröffentlicht, ein altes wiederveröffentlicht und für die vorliegende Werkschau über die Jahre 1996-2007 gleich noch sieben Songs komplett neu eingespielt. Selbst wenn man mit Black Metal an sich nichts anfangen kann, sollte man Chthonic eine Chance geben, denn sie haben sich innerhalb des Genres durch Hinzunahme von taiwanesischer Folklore und asiatischen Instrumenten eine eigene Nische geschaffen, was "Pandemonium" auch eindrucksvoll unterstreicht. Auch thematisch agieren sie fern von den thumben Genreklischees und auch bei der Covergestaltung setzen sie sich doch deutlich vom Gros der Kollegen ab. Weder Pandabären-Schminke, noch halbnackte, blutbesudelte Ladies oder Kriegsgerät - eine deutlich auf Mehrwert und Style gestaltete edle Box mit Golddruck, einem Stück Pergament, einer Biographie und aufwändigen Text-/Fotokarten - toll das! (tj)




