The Cult - Born Into This
Das letzte Album "Beyond Good And Evil" aus dem Jahr 2001 war überraschend hart (Gitarrist Billy Duffy hatte das Distortion-Pedal entdeckt!) - und ebenso gut! Danach ließ sich Goldkehlchen Ian Astbury als Jim Morrison-Ersatz für die reformierten The Doors anwerben und somit hat es leider bis Oktober 2007 gedauert, bis die Briten wieder als The Cult ein neues Album in die Läden stellten. Mit John Tempesta (Testament, Helmet und Rob Zombie) hat man sich - genauso wie beim Produzenten Youth (u.a. Primal Scream und The Verve) - einen Könner ins Boot geholt, die Vorzeichen stehen also schon mal vor dem Hören auf Daumen hoch! Und die ersten Songs wie etwa der Titlesong oder auch "Citizens" bestätigen, dass die Band nichts verlernt und immer noch ihre Daseinsberechtigung hat. "Dirty Little Rockstar" ist deutlich auf Hit gebürstet und wird seiner Mission auch spielend gerecht, Tracks wie "Illuminated" und das balladeske "Tiger In The Sun", die weiter hinten positioniert sind, können aber auch einiges. Überraschend wie nah das stilistisch oft an den ewig gleich tickenden AC/DC ist und wie straight besonders Drummer Tempesta vorgeht - vor allem wenn man bedenkt, was der in der Vergangenheit so hinter seinem Schlagzeug angestellt hat! Nach mehrmaligem Hören ist dann aber auch klar, dass das Album nicht an der Klasse von älteren Alben wie "Ceremony" oder "Sonic Temple" kratzen kann, aber auch alles andere als eine Enttäuschung ist. Das Artwork ist leider recht lieblos und verschenkt. Trotzdem: Ein zeitloses Rockalbum ohne altbacken oder nostalgisch zu sein, Astburys Gesang umweht immer noch diese besondere Magie und man kann nur hoffen, dass es nicht wieder sechs Jahre dauert, bis das Nachfolgealbum kommt! (tj)




