Chiodos - Bone Palace Ballet
Das Sextett Chiodos aus Michigan konnte sich mit ihrem Debüt "All´s Well That Ends Well" in den Staaten einen soliden Ruf in der Screamo/Post-Hardcore Szene erarbeiten. In Europa hat es zwar noch nicht so recht gefunkt, doch auch hier hat die Band ihre Liebhaber. Jetzt erscheint das zweite Album der Truppe. Stilistisch lässt sich die Band noch immer nicht so recht einordnen. Zum einen bedienen sie sich an typischen Screamo Elementen zum anderen ist die Band aber mit reichlich Pomp ausgestattet und lässt immer wieder progressive Elemente in ihren Sound einfließen. So bekommen wir eine Band die man als Schnittmenge aus Underoath, My Chemical Romance und Coheed And Cambria bezeichnen könnte. Auffällig ist vor allem der nicht zu sparsame Einsatz von Keyboards, die sich sowohl in zartem Geklimper als auch opulenten Soundteppichen äußert. Aber auch die Gitarrenarbeit spielt eine wichtige Rolle. Hier sind sowohl derbe metallische Riffs als auch schöne Melodien zu hören. Die Songs der Band bestechen durch ein hohes Maß an Dynamik. Erst laut und dröhnend, dann wieder ruhig und mystisch. Die hohe Stimme von Sänger Craig Owens ist sicherlich nicht jedermanns Sache, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase aber absolut passend und vielfältig. Chiodos gehen mit ihren Songs beileibe nicht auf Nummer sicher sondern trauen sich was. Das hat leider auch den Nachteil, dass nicht jeder Song ein Hit ist, bietet dafür aber reichlich Tiefgang und sorgt dafür, dass die Songs kaum vorhersehbar sind. Abgerundet wird das Ganze mit einem sehr coolen Artwork im dicken Booklet. Insgesamt ein cooles Album, das sicherlich hier und da noch Potential für Verbesserungen lässt, aber die Band ist auf jeden Fall auf einem sehr guten Weg. (rg)




