The New Pornographers - Challengers
Auf bekanntem Terrain mit vertrautem Instrumentarium noch so richtig zu überraschen ist schwer, aber auch überzeugen ist hier nicht einfach. Das gelingt dem kanadischen Indie-Kollektiv aber auch in ihrem zehnten Jahr und mit Album Nummer vier seit der Gründung in Vancouver mühelos. Gleich der von Neko Case gesungene Opener "My Rights Versus Yours" empfängt einem mit offenen und irgendwie sofort vertrauten Armen, trotz großem Instrumenteaufkommen (übers das Dutzend Songs u.a. Streicher, Percussion, Mandoline, Banjo, Samplern) erschlägt einen weder der Song noch das ganze Album, es entsteht eher eine intime, entspannte Atmosphäre, in etwa vergleichbar mit der Wirkung eines The Weakerthans-Album. Das titelgebende "Challengers" strotzt vor verhaltener Sehnsucht und wird von Kathryn Calder, die sich ansonsten ums Piano und die Wurlitzer kümmert perfekt gesungen. Das Album plätschert aber in keinster Weise, es ist sogar so, dass man sich erst ein bisschen damit beschäftigen muss um die Vielfalt so richtig genießen und schätzen zu können. Trotz der vordergründig locker-leicht, poppigen Erscheinung - vor allem natürlich auf musikalischer Ebene - textlich werden da aber durchaus politische Spitzen abgefeuert und auch mit Ironie nicht gespart, Content durch die Hintertür also. Bei uns war die Band zuletzt im Vorprogramm der Briten Maximo Park zu sehen und in ihrer Heimat sind sie als Headliner schon in Arenen angekommen, recht so! (tj)




