New Model Army - High
"51st State Of America" kennt wohl fast jeder, den dazugehörigen Bandnamen haben nicht ganz so viele sofort auf der Zunge, erst recht nicht weitere Songs oder Alben der Combo. Mehr als 25 Jahre Bandgeschichte und 14 Alben haben sie mittlerweile auf dem Buckel, die Mannen um den unermüdlichen Justin Sullivan. Nach dem eher zwiespältigen, akustischen "Carnival" hatten die Band wohl schon viele abgeschrieben, aber mit "High" finden die Engländer wieder zu alter Stärke zurück. Die textliche Aussage stand bei ihnen schon immer stark im Vordergrund, Sänger Sullivan hat nie ein Blatt vor den Mund genommen und seine Band immer gerne als verlängerten Zeigefinger benutzt - und das hat sich auch mit dem neuen Album nicht geändert. So dreht sich z.B. "One Of The Chosen" um einen religiös motivierten Terroristen; die Texte sind selbstverständlich komplett im Booklet abgedruckt. Erfreulich aber ist, dass es musikalisch einerseits wieder zu alter Klasse aufschließt, streckenweise auch erstaunlich roh geraten ist, aber andererseits durchaus auch mit neuen Elementen aufwartet, die sich angenehm in den Gesamtsound integrieren. Ob nun die Hammondorgel bei "Nothing Dies Easy", das dadurch eine leichte The Doors-Schlagseite bekommt, das wehmütige, durch gesprochene Passagen geprägte "Sky In Your Eyes" oder an anderer Stelle afrikanische Trommeln und sogar Xylophon, das Spektrum wird erweitert, ohne sich an Moden und Trends zu orientieren, sympathisch das! (tj)




