Minus The Bear - Planet Of Ice
Das Vorgängeralbum "Menos El Oso" war fantastisch. Zwischenzeitlich hat aber Keyboarder Matt Bayles die Band verlassen um sich nun voll auf seine Produzententätigkeit für Acts wie u.a. Mastodon und The Blood Brothers zu konzentrieren. Alex (nicht Axel!) Rose kam für ihn neu in die Band und somit ist "Planet Of Ice" eben auch anders als sein Vorgänger - aber beileibe nicht schlechter! Zehn Songs die man wohl als progressive Gitarrenmusik bezeichnen muss, ohne dass jedoch der schale Beigeschmack in Form von allzu verkopften oder gar anstrengenden Passagen den Genuss verdirbt. Die Band aus Seattle geht, trotzdem rein rechnerisch mehr Gitarren als auf dem Vorgänger stattfinden, ganz im Gegenteil sogar sehr poppig und eingängig vor, entwickelt dabei aber eine eigene musikalische Handschrift, die nie beliebig oder konventionell ist. Sehr eingängige Songs mit zärtlichen Gitarren wie "Burying Luck" oder auch "Ice Monster" treffen auf heftig Rockendes und auch mit verzerrten Gitarren arbeitende Tracks wie "Double Vision Quest". Oft wirken Songs auf den ersten Blick recht straight, wenn man dann genauer hinsieht sind sie das dann aber nicht oder brechen gegen Ende total unvorhersehbar aus - wie z.B. das abschließende "Lotus", das schon fast psychedelisch ist. Elektronische Mittel werden geschickt eingesetzt und bereichern den Klangkosmos des Albums, den der Plattentitel ideal beschreibt, hier ist alles sehr klar, weitsichtig und fast blendend. Ein poppiger Sound über anspruchsvollen Arrangements. Die gelungene Verpackung in Form des Artworks und der Gestaltung runden ein nahezu perfektes Album ab. Fans von Dredg oder auch Oceansize können, ach was, müssen hier beherzt zugreifen. (tj)




