Selenfrieden - Schattengott
Alle Achtung. Was die vier Schwaben von Seelenfrieden mit ihrem neuen Album "Schattengott" auf die Welt loslassen ist wirklich beeindruckend. Schon das Debut-Album "Rufe aus dem Nirgendwo" hat seiner Zeit für Aufsehen gesorgt. Mit "Schattengott" konnte man aber noch einen draufpacken. Zwar fährt man immer noch überwiegend im Midtempobereich, die neuen Songs wirken aber weit aggressiver und brachialen als die Stücke des Vorgängers. Aufgenommen wurde das Album im bandeigenen Lederfabrik-Studio, in dem ein wirklich hervorragender Sound gebastelt wurde. Messerschafe, technisch versierte Gitarrenkunst, druckvolle Drums, kraftvolle Basslicks und aggressive Vocals - so präsentieren sich Seelenfrieden musikalisch auf "Schattengott". Besonders beeindruckt die Flexibilität der Stimmbänder von Marc Jüttner, seines Zeichens Sänger (was sonst??), Bassist und Frontmann der Band. Von eiskalten Screams hin zu brutalem Gegrunze wird alles geboten. Das Songwriting kann durchaus als anspruchsvoll bezeichnet werden. So spart man nicht mit Breaks und Rhythmuswechseln, springt gekonnt zwischen Moshparts und mehrstimmigen Gitarrensalven und bietet dem Hörer damit ein Werk feil, dass nicht langweilig wird. Inhaltlich beschäftigt man sich nach Bandangaben mit " ...selbstreflexiven Themen schon aus dem Bestreben heraus, Fragen dort zu stellen, wo man auch Antworten erhalten kann: Im eigenen Inneren." Da die Texte durchweg einen philosophischen Einschlag besitzen, bekommt der Hörer die Gelegenheit, "Schattengott" ganz persönlich für sich zu interpretieren. Vergleiche mit anderen Bands fallen bei Seelenfrieden, durch das eigenständige Songwriting schwer, aber es dürfte keinen Metal-Fan geben, dem diese Platte nicht zu empfehlen ist. Also besorgt euch die Scheibe am besten gleich bei der Band selbst (www.seelenfrieden.com) (jb)




