Still Remains - The Serpent
Still Remains aus dem US-Bundesstaat Michigan haben vor zwei Jahren mit ihrem Debüt " Of Love and Lunacy" ein rundum starkes Debütalbum vorgelegt. Die Band fusionierte europäisch geprägten melodischen Death-Metal mit Metalcore und reicherte es mit atmosphärischen Keyboards an. Die Truppe konnte vor allem durch die ausgefeilte Melodieführung und eingängigen Gesangslinien punkten. Von der damaligen Besetzung sind nur noch drei Mitglieder übrig geblieben und der Band ist eine deutliche Entwicklung anzumerken. Zwar sind die Zutaten noch dieselben, die Band hat aber nochmal einen deutlichen Schritt in Richtung Pop gemacht. Der metallische Aspekt ist zwar keinesfalls wegrationalisiert worden und die Band baut noch immer reichlich Druck auf, doch die melodischen Elemente sind wesentlich ausgeprägter und noch eingängiger als zuvor. Nach den ersten paar Durchläufen fühlt man sich vielleicht angesichts der wirklich stark auf Eingängigkeit getrimmten Songs die oft haarscharf an der Grenze der Cheesyness vorbeischrammen vor den Kopf gestoßen. Hat man sich aber erstmal an die Marschrichtung gewöhnt, kann man sich nur noch schwer den Songs entziehen. Die tollen Gitarrenmelodien bohren sich zielsicher in den Gehörgang, die Keyboards unterstützen diesen Effekt noch und auch der variable Gesang hinterlässt seine Spuren. So wird schnell klar, dass die Band mit Songs wie "The Wax Walls Of An Empty Room", "Stay Captive" oder "Dropped From The Cherry Tree" absolute Hits am Start hat. Lediglich die schmalzige Halbballade "Maria" hätte nicht unbedingt sein müssen. Ansonsten ist das gebotene aber rundum großartig und braucht sich keineswegs hinter den großen Namen des Genres verstecken. (rg)




