New Years Day - My Dear
Leicht düsterer Poppunk aus den Staaten mit einer attraktiven Lady am Mikro. Was spontan nach nett vom Label zusammengestellter Combo klingt, wird im Info vehement bestritten, denn hier gehts um Freundschaft und ehrliche Gefühle. New Years Day klingen streckenweise wie eine etwas geglättet Version von My Chemical Romance mit weiblichem Gesang - das könnte also durchaus den Nerv der jugendlichen Fans treffen! Die dreizehn Songs haben durch die Bank Mitsingpotential und entwickeln streckenweise hochinfektiöses Ohrwurmgefahren (z.B. "Ready Arm Misfire"). Die sehr cool swingende Nummer "My Sweet Un-Valentine" sorgt für Kontrast und Abwechslung und erinnert mit Bläsern und leichtem Ska-Flair etwas an No Doubt. Textliche Inspiration war einmal mehr der gute alte Liebeskummer. Sängerin Ashley Costello und ihr heutiger Bandkollege Adam Lohrbach trafen sich laut Info in einer Phase, als sie beide an akutem Herzschmerz litten - was lag da näher, als die Kräfte zu vereinen und sie mittels einer Band zu kanalisieren? Nach der letztjährigen selbstbetitelten EP haben sie sich für den direkten Weg entschlossen und ihr Debutalbum "My Dear" mit ihrem gewohnten Equipment im heimischen Schlafzimmer aufgenommen - was man dem fett produzierten Album zu keiner Zeit anhört, keinerlei Homerecording-Style, eher schon opulentes Großwandgeriffe regiert hier. Ein sehr stimmiges Album, das mir über die ca. 43 Minuten etwas zu sweet ist, für Genrefans aber auf jeden Fall mal auf die "Reinhören-Liste" gehört! (tj)




