Maintain - With A Vengeance
"Antrieb durch Andersartigkeit" - schon der eröffnende Satz des der Promo beiliegenden Infos ist eine glatte Lüge! Es wird verkündet, dass die Band sich von Kollegen absetzt, weil sie nicht nur Metalroots hat sondern eben auch viel Hardcore-Input mitbringt - wofür steht noch mal das "Core" in Metalcore? Aber hey, wer Infos für bare Münze nimmt, der glaubt auch dass Zitronenfalter Südfrüchte falten... Maintain legen mit "With A Vengeance" und neuem Drummer im Line Up den Nachfolger zu ihrem 2005er Debut "Reveal Our Disguise To An Infinite Abyss" vor und haben hörbar ihre Hausaufgaben gemacht. Musikalisch liegt man voll im Trend, Metalcore mit Zitaten quer durch die Bank der großen Abräumer, melodische Riffs, Breakdowns, Moshparts - you name it, the got it! Und produktionstechnisch hat man sich in die kundigen dänischen Flitzefingerchen von Jacob Hansen begeben, der der Band einen durchschlagenden Sound gezimmert hat - was man nach seinen Jobs für Genreinstitutionen wie Fear MyThoughts oder auch Maroon nicht anders erwartet hat. Wenn man die Bassdrum bei entsprechenden Passagen ab und an fast alleine hört, ist mir ihr Sound zu synthetisch, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Die Imponierliste der Band zieren diverse große Bands (eine Tour mit Caliban, Supportshows für u.a. Killswitch Engage, ein Auftritt auf dem Pressure-Festival usw.) und die erste Hälfte des Albums kann auch durchaus was, nach den ersten zwanzig Minuten geht ihnen aber etwas die Luft aus und so richtig aus den Seilen kommen sie eigentlich nur noch mal kurz beim vorletzten "You Can´t Kill Us All". Trotzdem starke fünf Punkte, weil an sich ein kraftvolles Album aus Norddeutschland, wäre prima, wenn man sich für Album Nummer drei dann den einleitenden Slogan zu Herzen nimmt und vielleicht tatsächlich etwas mehr Identität ins Spiel bringt. (tj)




