The National - Boxer
Es ist heutzutage nicht nur eine hohe Kunst mit etwas gänzlich neuem um die Ecke zu kommen, es ist fast ebenso schwierig aus bekannten Zutaten immer wieder Neues, Überraschendes und Schmackhaftes zu kreieren. Bereits 2005 verstanden es die mittlerweile geschlossen von Cincinnati nach Brooklyn abgewanderten The National mit "Alligator" zu überzeugen. Nach dreizehn langen Monaten im Studio weiß auch der "Boxer" zu gefallen. Streckenweise erinnert das stimmlich und von der Qualität der Texte an Nick Cave. Musikalisch erreicht die Band mit einem Minimum an Mitteln tatsächlich ein Maximum an Effekt und der Mix von Peter Latis (u.a. Interpol) tut ein übriges. Man hat hier nie das Gefühl von Studio- bzw. Soundspielereien, die den Sound aufplustern; es regiert der Song und es ist beachtlich, wie die Band es schafft sich mit manchen Songs langsam anzuschleichen und dann groß und intensiv zu gipfeln. Im Vergleich zum Vorgänger hat die Band deutlich an sich gearbeitet und weiß hier genau was sie tut. Die Songs sind für sich alleine kleine Kunstwerke, kein Gramm Fett verleidet den Genuss. (tj)




