Greifenkeil - Symbol
Also der Bandname klingt schon mal eher nach Fantasyroman denn nach Industrialbrecher. Und wo Genrekollegen eher mit dem Brecheisen vorgehen, setzten Greifenkeil verstärkt auf Atmosphäre, das ist über weite Strecken fast Ambient; und Krach wird, wenn er denn vorkommt, geschickt mit andren Elementen im Sound verwoben. Der Bandname und wohl auch das Konzept fusst auf archäologischen Funden aus dem Jahr 2005. D afand man in Goseck Spuren einer europäischen Kultur, die wohl älter als die ägyptischen Pyramiden sein soll. Dementsprechend ist hier auch alles recht durchdacht und in drei Akte (wie klassisch!) unterteilt. Gesungen bzw. rezitiert wird sowohl englisch als auch deutsch, Sprachsamples sorgen für düstere Atmosphäre und hier und da (z.B. bei "Untergang") schleichen sich sogar EMB-Beats ein. Die CD ist mit 76 Minuten Spielzeit randvoll, aber hier bestätigt sich mal wieder das Masse eben leider nicht gleich Klasse ist. Die Songs tuckern so vor sich hin ("Winter Solstice" bringt beispielsweise satte zehn Minuten auf die Waage, langweilt aber größtenteils), würden sich vielleicht prima als Hintergrund in nem mystischen Computerspiel machen, als Album verfehlt das Material aber seinen Zweck, wenig bzw. nichts sticht heraus und somit bleibt auch nichts hängen. (tj)




