Everblame - Sina
Das Trio aus dem Rhein-Neckar-Raum widmet sich einem Genre, das in Deutschland an sich weitestgehend durch ist, selbst ehemalige Bigseller wie die H-Blockx backen mittlerweile doch deutlich kleiner (Verkaufs-)Brötchen und treten stilistisch arg auf der Strecke. Und wo ich sie eben schon als Anhaltspunkt genannt habe: das Anfangsriff des zweiten Tracks "Call Me Hell" ist 1:1 von nem H-Blockx-Song "übernommen", was ja an sich schon mal gar nicht geht. Unterm Strich gehen sie dann aber doch deutlich härter (siehe z.B. "Guatemala" und "The Widow") vor als Henning Wehlands Combo, was aber leider nicht zur eigenen Identität langt. Richtig eintönig wird es nicht, Gitarrist und Sänger Raphael Isenhuth wechselt gekonnt zwischen kräftigen Shouts und melodischem Gesang, man schaltet genreüblich gerne mal zwischen Laut/Leise um und hat auch ein paar ordentliche ruhige Nummern ("Somewhere Else" mit deutlicher Creed-Schlagseite) aufs Album gepackt; das ist in der Summe aber alles so üblich, dass es einfach nicht für eine bessere Bewertung langt. Mag sein, dass die Band live richtig fett rüberkommt (instrumental ist nämlich alles in bester Ordnung und manches, wie z.B. "Brain Death", groovt richtig schön), der Sound ist auch gelungen, aber mit der fehlenden Originalität und mit nur einer halben Stunde Spielzeit ist das hier keinesfalls ein Pflichtkauf. Und was will uns überhaupt das Cover sagen? Ist das Sina? Und/oder ist das die Freundin eines der Mucker und musste die deswegen aufs Cover? Man weiß es nicht... (tj)




