Gotthard - Domino Effect
Eine gute Note für ein Hard Rock-Album im Helldriver? Ja, auch das gibts! Die Eidgenossen von Gotthard schaffen es tatsächlich ein völlig unpeinliches, straight (hard)rockendes Album voller Hits vorzulegen, das oft sogar melancholische und dramatische Töne anschlägt. 15 Jahre sind sie schon im Business und spielen tatsächlich noch in der Urbesetzung, ohne jeglichen Line Up-Wechsel! Gotthard sind die erfolgreichste Band, die die Schweiz dieser Tage zu bieten hat; satte zehn Nummer Eins-Alben, ein Diamant-Award (für eine Million verkaufter Alben) und diverse weitere Edelmetallauszeichnungen stehen auf der Habenseite. Was aber offensichtlich kein Grund für die Herren ist nachzulassen und sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, man ist heuer im Gegenteil sogar besonders motiviert und so entstanden die 14 Songs auf "Domino Effect" in einer Zeitspanne von nur sechs Wochen. Klar wird hier das Rad nicht neu erfunden, allerdings "schmiedet" die Band um Sänger Steve Lee ein ausgezeichnetes Pneu, das herrlich rund läuft, ordentlich Profil hat und für viel Fahrspaß sorgt. Auch die perfekte Produktion trägt ihren Teil bei, die ein oder andere Soundspielerei (beim Titeltrack z.B. die extreme Snare und am Schluss das "Abbremsen") setzt zusätzliche Akzente, Synthies kommen zwar vor, sind aber nie so weit vorne, dass sie nerven und auch die zusätzliche Instrumentierung (wie z.B. die Geige bei "Falling") ist sehr stimmig - mit Robert Prent war aber auch ein Mann beteiligt, der schon für Megaseller wie Rammstein und sogar Herbert Grönemeyer gearbeitet hat. Ein Album, das man vom ersten bis zum letzten Song mit Vergnügen durchhören kann; nach dem starken Vorgänger "Lipservice" eine weitere Granate von internationalem Format - keinerlei Anzeichen für Altersschwäche also bei den Schweizern! (tj)




