Bright Eyes - Cassadaga
Der kürzlich gerade mal 27 Jahre alt gewordene Conor Oberst hat es mit seiner Band, seinem Label Saddle Creek und nur zwei Alben geschafft zu einer Art Gaillionsfigur einer neuen Generation des LoFi-Country-Folks zu werden. Die Fans und Szenenorgane feiern ihn und tragen ihn fast auf Händen und nachdem das letzte Doppelalbum "I´m Wide Awake, It´s Morning" eine Glanzleistung war, hatte der Mann ein Problem: was nun? Das Konzept war perfektioniert und so tritt er mit "Cassadaga" die Flucht nach vorne an, lässt mehr Band neben sich zu, verzichtet auf jegliche Elektro-Fizzeleien und buttert ordentlich Streicher-Pathos dazu. Die Produktion war definitiv teuer und das Orchester groß, so was hätte Mr. Oberst früher gar nicht machen können, aber mal ganz abgesehen davon: es ist noch vieles da, was auch die Vorgängeralben so liebenswert gemacht hat. Diese Mischung aus Country-Sound mit Rock-Elementen, die ab und an brüchigen Stimme und vor allem die ironischen, fast schon lyrischen textlichen Volltreffer. Großes Kino auch die Verpackung. Das erst etwas seltsam gemustert wirkende Artwork gibt mittels einer beigelegten Decoderlupe seine Geheimnisse preis, coole Sache - erinnert mich doch stark an Kommissar Kugelblitz & Co.! Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass Herrn Oberst noch so einiges leisten wird in den nächsten Jahren, er ist ja noch jung... (tj)




