The Chariot - The Financee
The Chariot, die Band um den ehemaligen Sänger von Norma Jean Josh Scogin, veröffentlichen mit "The Financee" ihr zweites volles Album. Von der ursprünglichen Besetzung die das Debüt eingespielt hat ist nur noch Scogin selbst übrig geblieben. Der Rest der Band wurde komplett ausgetauscht. Das hat sich natürlich auch auf den Sound der Band ausgewirkt. Dieser ist zwar immer noch schwer verdaulich, brachial und absolut eigenständig, klingt jedoch auch deutlich kompakter und fokussierter. Die Songs stecken nach wie vor voller vertrackter Rhythmuswechsel, schrägen Gitarrensounds und eigentümlichen Arrangements. Dennoch schafft es die Band die Songs nun mit einem recht hohen Wiedererkennungswert auszustatten und auf den Punkt zu kommen. Die griffigen Riffs sind mit einem nicht zu überhörenden Southern-Rock Flair ausgestattet ohne dass man die Band direkt mit dieser Spielweise assoziieren würde. Die gequälten Vocals von Josh wissen zu fesseln, sie sind eindringlich und sehr charismatisch. Das geht von verzweifeltem schreien zu beschwörendem flüstern. Wie es sich für gute Christen gehört bauen The Chariot in ihre düsteren, verstörenden Songs auch mal Kirchengesänge ein, was den individuellen Charakter der Band weiter unterstreicht. Das Album klingt absolut eigenständig und biedert sich niemals an gängige Genres an. Dabei schlägt die Truppe nie über die Stränge und verliert sich im Chaos. Intelligente Arrangements, coole Ideen und die Fähigkeit eine spannende Atmosphäre zu kreieren machen "The Financee" zu einem gelungenen Album. Einziger Mangel ist die relativ kurze Spielzeit. (rg)




