Emil Bulls - The Life Acoustic
Sachen gibts. Erst bringen Korn ein MTV Unplugged-Album auf den Markt und wohl zur gleichen Zeit wie die Kalifornier Korn, haben sich auch die bayerischen Jungs von den Emil Bulls gedacht, dass es jetzt mal Zeit wäre ihre Songs in ein akustisches Gewand zu kleiden. Die Songs auf "The Life Acoustic" wurden aber bereits im Juli 2006 bei einem Konzert in Pullach mitgeschnitten. Neben anderen (recht spackigen) Vertretern der deutschen New Metal-Nacheiferer wie meinetwegen 4Lyn, waren die Bulls für mich immer authentisch. Schade, dass das Business ihnen in den letzten Jahren so ein bisschen nen Strich durch die Rechnung gemacht hat und ein Label nach dem anderen vor die Hunde gegangen ist, bei dem sie angedockt haben. Mittlerweile sind sie wieder bei Oh My Sweet zu Hause, bei denen damals ja auch das Debut "Monogamy" erschienen ist. Im Gegensatz zu den amerikanischen Kollegen hatten sie aber wohl keine Leute hinter den Kulissen, die ihnen ihre Songs möglichst imposant auf den akustischen Rahmen umarrangiert haben und Promi-Gäste sucht man hier auch vergebens. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, sind die dreizehn Songs in 55 Minuten sehr gelungen und interessant umgesetzt. Wobei es an sich nicht überrascht, dass das Material auch in diesem reduzierten Rahmen funktioniert und punktet, das war ja schon immer ein Markenzeichen der Band: die großen Melodien mit dem gewissen 80er-Pathos und Sänger Christ legt hier sogar noch mehr Ausdruck in die Songs. Feine Kyuss-Coverversion ("Green Machine") auch! (tj)




