Opiate For The Masses - Spore
Oh Mann. "Talentierte Musiker wirken wie Magneten, sie ziehen sich gegenseitig an" heißt es gleich zu Anfang des Bandinfos. Wenn die These auch im Umkehrschluss stimmen würde, dann könnten sich die Musiker dieser Band an sich nicht mal im selben Raum aufhalten... Nicht das sie ihre Instrumente nicht beherrschen oder nicht singen könnten, gar nicht; aber ich habe lang kein so seelenloses Album mehr gehört. Der Sänger kann wohl nichts dafür, dass er sich 1:1 anhört wie David, der Sänger der deutschen Band Thorn11, er wird die Band bestimmt nicht mal kennen, was aber sehr wohl auf sein Konto geht sind die billigen Texte aus dem Reimbaukasten; Stein, Bein, klein, fein am laufenden Band und das permanent mit dem schalen Beigeschmack, dass es hier in keinster Weise um Inhalte geht, sondern eben nur um den dollen Reim. 14 Songs in nicht mal 45 Minuten unterstreichen das Wissen der Band, dass sie wohl eher auf ein Publikum zusteuert, das mit keiner allzu langen Aufmerksamkeitsspanne dienen kann. Die 08/15-Rocksongs werden mit vermeintlich modernen spacy-Samples und Effekten aufgepeppt und wirken oft wie eine liebloser Epigon zwischen Nickelback und Filter (bei "Heaven" ist glaub ich sogar das Riff von Patrick & Co. entliehen) - ohne aber jemals deren Klasse zu erreichen. Bei "Step Up!" äugt man gar in Richtung von Acts wie Frontline Assembly. Der ein oder andere Refrain ist durchaus gefällig geraten, aber das ganze Produkt schreit in einem fort "Fake!" für mich. Und die allerorts regierende Stumpfheit gipfelt dann in der Wahl des Covermotivs: ein Klatschmohnfeld! ... und das bei dem Bandnamen. In etwa so ausgefuchst wie Kaffeefilter auf nem Filter-Cover... Und um den Kreis zu schließen noch mal ein abschließendes: Oh Mann! (tj)




