Twentyinchburial - Radiovenom
Twentyinchburial aus Portugal liefern mit ihrem Debüt ein zwar nicht in allen Belangen perfektes aber dennoch sehr interessantes Album ab. Die Band begab sich nach Dänemark zum Referenz Produzent der Stunde Tue Madsen um bei ihm ihr Album einzuzimmern. Geboten wird von Twentyinchburial ein Mix aus Metalcore, Emo und Post-Hardcore. Die Band fegt recht flott los und Shouter Rui Miguel Bras schreit sich, unterlegt von metallischen Leads, die Seele aus dem Leib, bevor der Song urplötzlich in einen melodischen Refrain mit eingängigem Gesang umschwenkt. Dabei hält sich die Band keineswegs an genretypischen Arrangements fest sondern klingt durchweg eigenständig. Die Band hat eine ganz eigene Art Metal mit treibenden Punk-Beats und Post-Core Frikeleien zu mischen. Der Wechsel von fiesem Geschrei zu melodischem Gesang ist auch eher unkonventionell, nach kurzer Gewöhnungsphase aber durchaus cool. Problem der Band ist, dass nicht alle der Songs 100%ig überzeugen können. Im Grunde fesselt die Band auch eher durch ihre Unvorhersehbarkeit und ihrer Energie, weniger durch perfekt arrangierte Songs und packende Melodien. Einzelne Parts lösen immer wieder Aha-Effekte aus, der ganze Song kann sich aber nicht immer im Gehörgang festsetzen. Songs wie "History Repeating", "You Know So Much About Nothing At All" und vor allem das großartige "Mayhem With No Bullets" zeigen aber wozu die Band im Stande ist. Hatesphere Shouter Jacob Bredahl gastiert auf zwei Songs. Die Produktion ist großartig, vor allem auch weil sie nicht unbedingt typisch für Tue Madsen ist. Die Gitarren klingen sehr erdig und warm, trotzdem ist der Sound differenziert und knallt wie die Sau. In den Portugiesen steckt viel Potential was hoffentlich auf der nächsten Scheibe etwas besser genutzt werden kann. (rg)




