Toelz - Fragments
Die Thanxlist mit sehr viel Dank an Gott ließ es schon vermuten und die Bandbio sorgte dann schnell für Klarheit, denn jetzt-toelz-Sänger Martin Schabel kennen sicher einige noch von der Christenband Snubnose. Auch in den Texten hält man mit seiner Überzeugung nicht hinterm Berg, aber warum auch, ist ja ein freies Land... Völlig rätselhaft bleibt mir auch nach dem Lesen des Infos der Bandname, aber vielleicht war gerade das ja auch ein Kriterium bei der Auswahl? Der astreine Sound liegt einmal mehr an den versierten Fingerchen von Daniel Konold und Tobias Kurrle vom Stuttgarter Tin Roof Studio, die ja vorher auch schon Acts wie Semtex, Arson und Benzin im Studio hatten. Ich hab bei Produktionen der beiden Herren immer den latenten Eindruck, dass da sehr viel Input von ihrer Seite hinzukommt, wenn sie eine Band produzieren. Im Fall von toelz werden im Booklet "additional acoustic guitars, percussions und programmings" aufs Konto der Produzenten gebucht, was das Gesicht der Band doch um einiges verändert haben dürfte. In der Substanz sind die drei Herren und eine Dame große Alternative Rock-Fans, das "Modern" in der obigen Kategorisierung bezieht sich somit auch auf den massiven Technikeinsatz, kaum ein Song kommt ohne Samples oder Programming aus. Sänger Schabel ist auf jeden Fall ein Könner, ohne jemand offensichtlich nachzueifern drückt der den Songs mit seiner herausragenden Stimme seinen Stempel auf und unter den dreizehn Songs sind gleich mehrere Hits, man höre sich nur mal "Everywhere", "Time" oder "Sometimes" an. Natürlich ist auch Balladeskes am Start, "Memories" ist da so ein Beispiel; der Song ist mir dann aber doch zu eindimensional glatt gebügelt und schön. Das Album tut zu keiner Sekunde weh, kann eigentlich auch einiges, es fehlen aber ein Pfund Dreck und Eier. (tj)




