Punk, DC – Dance Of Days, Washington - Hardcore von Minor Threat bis Bikini Kill
Die Geschichte des Punk und Hardcore aus Washington DC – in diesem Buch steht sie – zumindest zu einem gewissen, meines Erachtens großen, Teil. Wahnsinnig beeindruckend ist es, wie die zwei Autoren Mark Andersen und Mark Jenkins, welche beide den Ursprung dieser Szene hautnah miterlebt haben, mit der Liebe zum Detail ihre Erinnerungen aus eben diesen bewegenden und auch prägenden Tagen wiedergeben.
Nachlesen lassen sich Storys zu den Anfängen von Minor Threat, den Begründern des „Straight Edge“, den Bad Brains, Ian Mackaye´s (u.a.) Kult-Hardcore-Label Dischord Records, der „Riot-Grrrls“ Bewegung und tonnenweise, wirklich tonnenweise mehr. Hier wird nicht eine einzige Band, egal wie groß geworden oder klein sie geblieben ist, ausgelassen. Es gibt haufenweise weitere zahlreiche Infos nicht nur zu Platten und Bands, sondern auch dem ganzen drum herum, beispielsweise zu Shows die HR von den Bad Brains umsonst organisierte, fehlgeschlagenen ersten Tourneeversuchen einiger der Bands, geklauten Instrumenten, Abschiebung der Bad Brains nachdem sie den Londoner Flughafen erreichten, abdrehen einiger Bandmitglieder, Streitigkeiten und Differenzen von Bands oder intern ihrer Mitglieder, Berührungen mit den Szenen aus New York, Boston, Los Angeles und und und. Das früher auch nicht alles Top war, sondern es schon seit Beginn der Szene Unstimmigkeiten zwischen älterem und jüngerem Publikum gab, auch damals schon gewaltvolle Shows, Problemen mit Clubs und Veranstaltern, der Obrigkeit und natürlich das DIY-Prinzip und die Vernetzung innerhalb der HC- und Punk Szene, die alles am Leben erhält – früher wie heute.
Abgedruckt sind Statements von Personen und Bands wie Minor Threat, Teen Idles, Henry Rollins, Government Issue, Black Flag, Dischord Records, Jello Biafra, Fugazi, Bikini Kill bis hin zu Dave Grohl, um nur einen geringen Teil zu nennen. Während man die Zeilen des Machwerks liest, hat man das Gefühl irgendwo dabei zu sein. So viele Anekdoten in einem äusserst ansprechenden Schreibstil sind hier niedergeschrieben. Es gibt unzählige Information, zahlreiche witzige Anekdoten und viele rare Bilder auf mehr als 400 Seiten. Frisch im Ventil-Verlag erschienen ist diese Deutsche Ausgabe des Titels. Das Original ist bereits seit längerem in der englischen Fassung erhältlich. Für die deutsche Übersetzung ist Julia Gudzent, gelernte Übersetzerin, verantwortlich, die hier einen exzellenten Job erledigt hat.
Sollte jeder der sich als Punk- oder Hardcore Fan sieht oder gerne auch andere musikbegeisterte Mensch lesen. Hier lässt sich der Ursprung eines bedeutenden Teils dieser Szene authentisch nachlesen - so verschlingend, dass ich die 400 Seiten für meine Verhältnisse in sehr kurzer Zeit durchhatte. Der Preis von 17,90 geht mehr als in Ordnung. Tipp! (mo)




