Bloodred Bacteria - Kiss The Goat
Uns ist hier ein Silberling der Band Blooderd Bacteria in die Stereoanlage gerutscht, der auf den Namen „Kiss The Goat“ hört. Über den Titel möchte ich mich jetzt nicht weiter auslassen, sondern allein der Musik meine Aufmerksamkeit schenken. Zuerst einmal wäre zu erwähnen, dass das Quartett alle bisher veröffentlichten Songs neu eingespielt und auf diese Platte gepackt hat. 28 Stücke mit knapp vierzig Minuten Gesamtlänge lassen schon erahnen, was uns hier erwartet. Ziemlich kompromisslos grinden und schredden die Jungs durch die kurzen Songs, die im Schnitt aus vier bis fünf Teilen bestehen und so was von in die Fresse gehen, dass einem die Spucke wegbleibt. Die vorherrschenden Stilmittel sind fiese Blastbeat-Parts und derb rockende Midtempo-Passagen, die das Ganze auflockern. Der ungeschminkte, raue Gesang ist etwas gewöhnungsbedürftig, entwickelt aber nach ein paar Durchläufen ein gewisses Charisma. Ein Großteil der eingesetzten Riffs hat seine Wurzeln im Punk- und Hardcore-Sektor, und nicht zuletzt deshalb kann „Kiss The Goat“ mit so einer rotzigen Straßenattitüde aufwarten. Die einzige Ausnahme stellt der elfte Song „From Zero To Hero“ dar, welcher nicht nur schlappe zehn Minuten auf die Uhr bringt, sondern sich nach einem typischen Knüppel-Start in ein düsteres Doom-Monster verwandelt, für das schleppend gar kein Ausdruck ist. Alles in allem kann ich diese Komplettdiskographie eigentlich nur empfehlen, auch wenn der Dauerbrennereffekt ganz klar ausbleibt. Um aber mal gewaltig Dampf abzulassen, ist der ‚Ziegenküsser´ bestens geeignet. (cj)




