The Lovecrave - The Angel And The Rain
Das wirklich grottige Cover liess ja schon gar Schröckliches befürchten, es ist dann im Endeffekt aber immer angenehmer positiv überrascht zu werden. Nach dem ersten musikalischen Eindruck hätte ich bei der Band am ehesten eine finnische Heimat vermutet, aber weit gefehlt, die Formation ist aus Italien! Das scheint sich langsam zu einer wahren Brutstätte charismatische Frontfrauen zu entwickeln, erst Lacuna Coil und Exilia und jetzt The Lovecrave. Denn hier singt (die optisch natürlich sehr leckere) Francesca Chiara und die braucht sich weder stimmlich noch im Ausdruck vor den großen Ladies im Rockbusiness zu verstecken. Ganz im Gegenteil, die Lady setzt sich angenehm von den Scharen elfenhafter Sirenen ab und lässt es mit ihrer Stimme auch mal richtig krachen und kommt stimmlich am ehesten etwas verrucht rüber. Zudem ist sie auch für große Teile des Songwritings zuständig. Das findet in „Little Suicide“ seinen Höhepunkt, das so auch auf einem starken H.I.M.-Album stehen könnte. Fast ganz am Ende haben die Italiener eine gelungene Neuinterpretation des Duran Duran-Klassikers „The Chauffeur“ versteckt bevor das von der Sängerin im Alleingang geschriebene, melancholische „Dark City“ nur mit einer Akustikgitarre und Samples begleitet, einen idealen Schlusspunkt setzt. Musikalisch ist das alles etwas zu wenig organisch, klingt alles sehr steril und nach Programming; da wäre mit etwas mehr Wärme im Sound punktemäßig durchaus noch mehr drin gewesen. (tj)




