The Mars Volta - Amputechture
Bei The Mars Volta scheiden sich die Geister. Entweder man liebt die At The Drive-In Nachfolgeband oder man hasst sie. Dem einen ist das Ganze zu abgefahren und zu verkopft. Die anderen lieben genau diese Dinge an der Band. War das Debüt noch mehr oder weniger der logische Schritt der Herren Rodriguez-Lopez und Bixler-Zavala von der letzten At The Drive-In Platte aus gesehen, ging der Nachfolger „Frances The Mute“ schon deutlich verrücktere und neuartige Wege. „Amputechture“ macht genau da weiter, zwar wirft die Band sich nicht selbst über den Haufen geht aber insgesamt wieder eine ganze Ecke verrückter und abgedrehter zu Werke. Die Band bewegt sich irgendwo zwischen Free-Jazz, Post-Core und Art-Rock mixt das mit Latino Einflüssen und Bläsern. Die Songs werden auch mal gern so arrangiert als wolle man einen Film vertonen. Das Ergebnis ist alles andere als Easy-Listening. Songs erreichen schon mal eine Spielzeit von 16 Minuten in denen eigentlich kaum anderes als das schwelgen in Soundtexturen, Melodien und Beats zu hören ist. Alles sehr experimentell und durchgeknallt, aber in der richtigen Stimmung auch fesselnd und fordernd. Die Platte erfordert Zeit und aktives Zuhören, soviel steht fest. Dennoch, nicht alles funktioniert. Die spanisch Gesungene Latino-Ballade „Asilos Magdalena“ muss geskippt werden und auch sonst hat man hier und da den Eindruck, dass hier und da ein Song noch nicht ganz fertig ist. Da zitiert man sich ungeniert selbst und verliert hier und da etwas von der Fähigkeit zu verblüffen und zu begeistern. So hat die Band, die übrigens einmal mehr Verstärkung von Chilli Peppers Gitarrist John Frusciante bekommen hat, es erstmals geschafft die zuvor gelegte Messlatte nicht selbst zu übertreffen. An den Fan / Nicht-Fan Verhältnissen wird die Platte jedoch nichts ändern. (rg)




