Northern Lite - Unisex
Gegen Ende des letzten Jahrtausends gründete sich in der deutschen Provinz eine Band, die nach einigen Ergänzungen heute Northern Lite geworden ist. Nun ist das mit der Provinz ähnlich, wie mit vielen anderen Sachen – auf englisch/amerikanisch hört sich das irgendwie gleich viel cooler an. Auf zum Selbsttest: vergleiche mal Glasgow, Birmingham oder meinetwegen auch Iowa mit Erfurt... und? Eben! Wobei dem Album seine Herkunft in keinster Weise anzuhören ist. Die 13 Songs klingen allesamt international konkurrenzfähig und sind trotzdem nur die halbe Miete in Sachen Northern Lite, denn die Band integriert das Visuelle als festen Bestandteil der Band und sieht ihre Veröffentlichungen und Auftritte stets in einem multimedialen Kontext. Stilistisch schwer greifbar, reden sie selbst von Neopop, was aber die Independent-, Techno- und Rockelemente unter den Tisch kehrt. Der mittlerweile leider verstorbene, legendäre Radio-Guru John Peel spielte sie in seiner Sendung rauf und runter und auch in weitentfernten Ländern wie Brasilien und Japan hat die Band sich einen guten Namen gemacht. In düsteren Momenten, wie etwa beim zweiten Song „Alien Girl“ erinnern sie manchmal kurz an Frontline Assembly, über weite Strecken ist das, trotz gelegentlichem Gitarreneinsatz, recht elektronisch und auch durchaus radiotauglich. (tj)




